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Erinnerung und Barmherzigkeit, die Gefangenen und die Misiones

Amadora, achtziger Jahre, Armut und schreiende Gegensätze an der Peripherie von Lissabon. Hier wird P. Gonçalo Afonso Cravo, der neue Schönstatt-Pater aus Portugal, geboren. Das Land entwickelte sich mit der Unterstützung der Strukturfonds der Europäischen Union, doch Gonçalo wurde wie so viele andere auf der Straße überfallen, auf dem Weg zwischen der Schule und dem Haus, in dem er mit seinen Eltern und seinen zwei jüngeren Schwestern wohnte, überfallen von denen, die weiterhin keinen anderen Weg fanden, um zu überleben.

Eines Tages betritt die Bündnispädagogik das Haus der Familie Cravo, zuerst durch die Mutter, dann in der ganzen Familie, als sie alle an der Gründung des Schönstatt-Familienbundes mitwirkten. Eine unerwartete Kraft, weite Horizonte, neue Kontakte, die Aussicht, die Welt zu verändern in der Kraft der Bündniskultur. Nach vielen Jahren aktiver Teilnahme am Leben der Pfarrei schließt Gonçalo sich der Schönstatt-Jugend an, nimmt an den ersten Erfahrungen der Familien-Misiones teil und öffnet sich für die Berufung zum Priestertum.

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Zeitraffer. 24. September 2016, 16:00 Uhr, Kirche Santa Maria de Belém, Jeronimos-Kloster in Lissabon

Tausend Personen füllen den Raum, der von Sonne durchstrahlt wird, die langsam über dem Atlantik untergeht, dem Ozean der Seefahrer, der Entdecker und der Begegnungen zwischen Völkern und Kulturen. Gonçalo, der ausgestreckt auf dem 500 Jahre alten Boden liegt, übergibt sich in Stille dem Gott der Geschichte und seines Lebens, während die Gemeinde die Fürbitte aller Heiligen anruft. Dann legt ihm in Stille der emeritierte Erzbischof von Évora, Don Maurilio de Gouveia, die geweihten Hände auf, die anderen 35 anwesenden Priester tun dasselbe. Durch das Gedächtnis von Gonçalo ziehen wie in einem Film die Erfahrungen der Kindheit, des Gymnasius von Amadora, und die seiner Familie, der Treffen des Familienbundes, des Noviziates in Paraguay, des Seminars in Chile und der Gefangenen, denen er gedient hat, des Praktikums in Madrid, des Terziates auf Berg Sion in Schönstatt, der letzten Monate als Diakon in den Pfarreien Algés und Miraflores, Cruz Quebrada und Dafundo an der Peripherie von Lissabon. Neue Herausforderungen für einen Pater, der immer neu hingehen will zur Begegnung mit denen, die seinen Dienst brauchen, seine Liebe, die Barmherzigkeit Gottes.

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Ja, Gonçalo ist jetzt Priester.

Pater Gonçalo. Ja, Gonçalo ist jetzt Priester. Als der Bischof mit seinen fast 85 Jahren von Hingabe und Treue und der Neupriester mit einem ganzen Leben vor sich sich umarmen, bricht die ganze Kirche in einen starken, ergriffenen, glücklichen Beifall aus. Maria hat Jesus in der Inkarnation aufgenommen und ist danach aufgebrochen, um zu helfen und zu dienen. Pater Gonçalo möchte genau so leben, wie er selbst bei der heiligen Messe im Heiligtum in Fatima, am Tag nach seiner Primiz, bezeugte. Diese wurde am Morgen des Sonntags, 25. September, im Heiligtum Unserer Lieben Frau von Schönstatt im Heiligtum „Coenaculum der Familie des Vaters“ in Lissabon gefeiert. Wieder umgeben von Hunderten von Menschen, vor allem jungen Familien und vielen Kindern, aber auch von denen, die vor über 50 Jahren zum tragfähigen Fundament all diesen sprudelnden Lebens wurden, als sie es wagten, die Schönstatt-Bewegung nach Portugal zu bringen in diesen schwierigen Jahres des Exils von Pater Josef Kentenich (1885-1968).

An diesem Tag seiner Primiz trug Pater Gonçalo die Stola, die von einem Häftling in Chile und einer Klarisse aus Lissabon mit signifikanten Symbolen bestickt wurde: der Frau, die viel gesündigt hatte und der Jesus alles vergeben hat; dem Lehm, der von den Händen des Töpfers geformt wird; dem portugiesischen Kreuz Christi und der missionarischen Karavellen. Auf der Stola und in der Geschichte von Pater Gonçalo Botschaften Gottes für uns alle, die Liebe des Vaters, der jedes seiner Kinder sucht, um ihm seine Barmherzigkeit anzubieten und es in Liebe zu gestalten, und der jetzt und für immer mit der ganzen Hingabe seines Neupriesters rechnet. Beten wir mit P. Gonçalo: „Lass, Vater, mich, weil ich bin schwach und klein, ein Wunder der Barmherzigkeit stets sein.“

P. Francisco Cruz Sobral, ISch

Primizbild

Wer wird ihn mehr lieben? Derjenige, dem er mehr vergeben hat (Lk 7, 42-43 )

 

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Fotos: P. Carlos Padilla ISch, Matías Santelices

Übersetzung: schoenstatt.org

 

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