7 Freude und Stolz - Das Schloss von Gymnich

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Für die vielfältigen Abenteuer und Lausbubenstreiche der Kinderzeit, die auch der junge Joseph Kentenich erlebte, soll das weithin bekannte Schloss Gymnich stehen.

Wegen seiner Berühmtheit hier einige Angaben zu dieser Wasserburg: Sie war Jahrhunderte lang Sitz des rheinischen Rittergeschlechtes von Gymnich. 1354 wurde die erste Burg, 1419 ein Nachfolgebau errichtet. Bis zum Erlöschen der Ritterlinie blieb das Schloss im Familienbesitz. Zu Josephs Kindheit gehörte es dem Reichgrafen Wolff Metternich bzw. seinen Erben. Seit 1971 nutzte es die Bundesregierung als Gästehaus. Hier fand auch ein Geheimtreffen der ungari-schen und deutschen Staatschefs am 25. August 1989 statt, aufgrund dessen in der Nacht vom 10. auf 11. September die Aufhebung der ungarisch-österreichischen Grenze für die Botschaftsflüchtlinge aus Ungarn erfolgte. 1998 erwarb der Vater der Musikgruppe Kelly Family das Schloss, das allerdings dann 2012 zwangsversteigert wurde. In dem Schloss, dessen Anlagen sogar Künstler wie Udo Jürgens und Chris de Burgh für Konzerte geeignet hielten, sollen ein Hotel und ein Restaurant untergebracht werden.

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Er hat alles mitgemacht

In der Kentenich-Biographie wird berichtet: Der Schlossgarten diente im Sommer zum Angeln, im Winter zu Eisakrobatik, Dabei geschah es einmal, dass er und sein Freund ins Wasser fielen. Die Wälder luden zum Versteckspielen und Hüttenbauen ein. Der kindlichen Phantasie waren kaum Grenzen gesetzt. Sein Freund berichtet über ihn: „Er hat immer alles mitgemacht.“

Bei aller Zurückgezogenheit oder Unauffälligkeit der Familie hatte Joseph offenbar auch einfach Freude am Leben.

Mehr als ein Dorf

Zudem war Gymnich nicht ein Dorf wie jedes andere. Es besaß ein Schloss. Wenn man die Geschichte dieser Wasserburg betrachtet, kann man sich vorstellen, dass die Dorfbewohner stolz auf „ihr“ Schloss waren. Vielleicht liegt hier auch ein Grund, warum Pater Kentenich in späterer Zeit oft seine Wertschätzung für Menschen darin ausdrückte, dass alle Königskinder seien. Hier verbinden sich Märchenanklänge mit dem Gefühl, etwas Besonderes zu sein. Und das gilt für alle Menschen.

 

„Wenn die Eltern sich nicht in tiefer Ehrfurcht beugen vor der Größe des Kindes, wenn in ihrem Sprachschatz Kind und Majestät nicht gleich bedeutend sind, wenn die Eltern in ihrem Kinde nicht die Geschicke der Zukunft und die Geschicke der Welt in ihren Armen tragen, sind sie nicht wert, Eltern und Erzieher zu sein. Tun sie das aber, dann wissen sie, dass sie den Kindern ebenso wenig ihre eigenen, fragwürdigen Gesetze und Ansichten aufdrängen können, wie man den Sternen ihren Lauf vorschreiben kann.“

Zitat nach Pater Kentenich, 1946

 

 

Gebet

Gott,

Schöpfer aller Menschen,

du hast dem Menschen eine große Sehnsucht nach Leben ins Herz gelegt.
Er möchte Freude erfahren und für andere Menschen wichtig sein.

(Alle:) Wir bitten dich für alle Menschen und besonders die Kinder:
Lass die Freude in ihrem Leben allen Kummer und alles Leid überwiegen.
Lass sie die Erfahrung machen, dass andere Menschen sie brauchen.

Wir bitten dich für alle, die unter mangelndem Selbstwertgefühl leiden:
Lass sie erfahren, welche Talente du ihnen geschenkt hast
und wie sie diese Talente für sich und andere einsetzen können.

Amen